Der Begriff der Übertragung

Der Übertragungsbegriff wurde von Sigmund Freud geprägt und bezeichnet den Vorgang, bei dem der Patient in der Psychotherapie alte Gefühle, Einstellungen, Wünsche und Erwartungen aus der Kindheit auf den Therapeuten überträgt. Unbewusste konflikthafte Wünsche werden gezielt wiederbelebt, wobei dem Patienten die Möglichkeit gegeben werden soll, den Konflikt in der Therapie durchzuarbeiten und neu zu bewerten. Ein Beispiel für Übertragung ist die so genannte Vaterübertragung. Hat jemand im Berufsleben eine gestörte Beziehung zu seinem Vorgesetzten, mit dem man immer wieder aneinander gerät, lässt sich das auf eine konfliktreiche Kindheit zurückführen, in der oft mit dem Vater gestritten wurde, welchen man als ungerechten Menschen erlebte. Die damaligen Gefühle für den Vater werden auf den Vorgesetzten übertragen.