Die Psychotherapie im deutschen Gesundheitssystem

In Deutschland dürfen sich nur diejenigen als Psychotherapeuten bezeichnen, die eine Approbation auf Grund eines abgeschlossenen Medizin- oder Psychologiestudiums erhalten sowie eine Zusatzausbildung in der Psychotherapie absolviert haben. Diejenigen die daneben ein Sozialpädagogikstudium abgeschlossen oder eine ähnliche anerkannte Ausbildung erhalten haben, dürfen den Zusatz Kinder- und Jugendpsychotherapeut führen. Das Psychotherapeutengesetz vom 1.1.1999 grenzt die Heilpraktiker, die ebenso psychotherapeutische Maßnahmen durchführen, von den ärztlichen Psychotherapeuten ab. Ihre Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt. Außerdem unterstehen sie der Psychotherapeutenkammer, von der sie überwacht und standesrechtlich vertreten werden.
Die Kosten für eine psychotherapeutische Behandlung werden in Deutschland von den Krankenkassen übernommen, wenn nachgewiesen ist, dass eine seelische Erkrankung beim Patienten vorliegt. Deshalb muss der Patient vor Beginn der Behandlung die Ursache für seine Erkrankung abklären lassen und an fünf Probesitzungen teilnehmen. Der vom Patienten an die Krankenkasse gestellte Antrag auf Behandlung muss von Psychotherapeuten begründet. Die eingereichten Unterlagen werden anschließend noch von Fachgutachtern geprüft.

Für Patienten ist bei der Wahl des richtigen Psychotherapeuten wichtig, sich vorab über die Therapiemaßnahmen zu informieren. Die Verhaltenstherapie bietet sich zum Beispiel an, wenn man gewillt ist, seine Probleme in recht kurzer Zeit zu lösen, wohingegen die Psychoanalyse bis in die Kindheit des Patienten zurückgreift und dort Ursachenforschung betreibt, was oft einen langwierigen Prozess bezeichnet, der sich über Jahre hinziehen kann. Die ersten Probetermine beim Psychotherapeuten entscheiden für den Patienten, ob er zu dem Therapeuten eine Vertrauensbasis aufbauen kann oder nicht. Ist letzteres der Fall, sollte der Patient in Sinne seiner Genesung nicht davor zurückschrecken, sich einem anderen Psychotherapeuten anzuvertrauen.