Kritik an der Psychotherapie

Es gibt unzählige Kritiker an der Psychotherapie. Einer, der genannt sei, ist der Amerikaner Jeffrey M. Masson, selbst gelernter Psychoanalytiker mit jahrelanger Praxiserfahrung, der mit seinem Buch "Die Abschaffung der Psychotherapie" für Furore sorgte und eine neue, recht erschreckende Sicht auf die Psychotherapie ermöglichte. Masson begann im Laufe seiner Arbeit an der Allmacht des Therapeuten, die emotionalen Probleme des Menschen besser zu verstehen als andere, zu zweifeln. Unter anderem erörtert er in seinem Plädoyer seine kritische Darstellung gegenüber Sigmund Freuds Therapiemethoden, der seinerzeit Patientinnen behandelte, die angaben in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden zu sein. Freud selbst stellte die Behauptung auf, die Erinnerung daran beruhe nicht auf realen Erlebnissen sondern auf Phantasien. Die psychotherapeutische Praxis wurde auf Grund dieser These maßgeblich, da sie bald von unzähligen Therapeuten angewendet wurde, beeinflusst - zum Leidwesen von tausenden Frauen, denen tatsächlich Leid widerfahren war und die sich in Therapie begaben, um dort von einem Spezialisten zu erfahren, dass ihre Erlebnisse nicht real seien. Einer der größten Kritikpunkte Massons ist also, dass sich der Therapeut herausnahm zu wissen, wann der Patient eine wirklich erlebte Erfahrung mit einer im Inneren entstandenen Phantasie verwechselt.