Therapieformen in der Psychotherapie

Die verwendeten Techniken innerhalb der Psychotherapie sind sehr vielfältig. Zu den Hauptgruppen zählen die tiefenpsychologischen, die verhaltenstherapeutischen, die humanistischen sowie die systemischen Verfahren. Die Tiefenpsychologie umfasst die Psychoanalyse nach Freud sowie die Analytischen Psychologie nach Jung und die Individualpsychologie nach Adler. Unbewusste Motive werden bei all diesen Verfahrensrichtungen bearbeitet, die nicht auf einen Symptomrückgang sondern auf eine Änderung in der Persönlichkeit abzielen. Der Begriff Tiefenpsychologie wurde von Eugen Bleuler geprägt, der die Annahme vertrat, dass die sich im Handeln äußernden Triebkräfte des Individuums in den unbewussten Prozessen liegen. Jene verborgenen Motive müssten herausgearbeitet werden, um bestimmte Verhaltensweisen und Konflikte erklären zu können. Bei der Verhaltenstherapie, deren Wurzeln in den Lerntheorien liegen und die behauptet, dass Verhaltensstörungen erworben sind, steht der Abbau gestörter Verhaltensweisen durch vorhergehende Verhaltensanalyse mit anschließendem Aufbau des erwünschten Verhaltens im Vordergrund. Hauptsächlich werden Zwänge, Ängste, Süchte und Sexualstörungen in diesem Bereich behandelt. Im Gegensatz zur Tiefenpsychologie wird bei der Verhaltenstherapie die Kindheit als mögliche Ursache für das aktuelle Problem berücksichtigt, aber nicht näher untersucht. Stattdessen werden eher auslösende Faktoren, die das unerwünschte Verhalten des Patienten bedingen, ergründet.

Das humanistische Verfahren, das sich gegen die Psychoanalyse wendet, der sie ein unfreies Menschenbild vorwirft, da diese den Trieben eine schwer kontrollierbare Dominanz zuschreibt, betrachtet den Menschen als Ganzes und will die schöpferische Entwicklung der Persönlichkeit zu mehr Selbstwahrnehmung und -erfüllung lehren. Die ersten Konzepte des humanistischen Verfahrens wurden von Abraham Maslow entwickelt und von Carl Rogers in dessen klientenzentrierter Psychotherapie weiter verfolgt, bei der der sich selbsterforschende Patient im Mittelpunkt steht und vom Therapeuten nicht geführt, sonder unterstützt wird. Die systemische Psychotherapie sieht die Symptome einer psychischen Krankheit als Störung im sozialen Umfeld, vor allem in der Familie, und nicht als Ausdruck eines gestörten Individuums. Innerhalb der Therapie wird nicht mit dem Einzelnen, sondern in der Gruppe gearbeitet, um interpersonelle Konflikte zu betrachten und diese zu beseitigen.